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Kickboxen lernen
Schnelle Fäuste, harte Kicks und Kondition, die dich überrascht – Kickboxen ist eine der vielseitigsten Kampfsportarten überhaupt.
Kickboxen verbindet die präzisen Schlagtechniken des Boxens mit kraftvollen Tritten. Du arbeitest mit den Fäusten und den Beinen, lernst dich zu bewegen, zu kontern und Kombinationen flüssig aneinanderzureihen. Das Schöne daran: Du brauchst keine Vorerfahrung. Die meisten, die heute sicher an den Pratzen stehen, hatten in ihrer ersten Stunde keine Ahnung, wie man eine Faust richtig schließt. Wer Kickboxen lernen will, fängt genau da an – bei den Basics, Schritt für Schritt. Auf dieser Seite findest du Vereine und Schulen in deiner Nähe, dazu erklären wir dir, was dich im Training erwartet, für wen der Sport passt und worauf es bei den ersten Stunden ankommt.

Herkunft & Geschichte
Kickboxen ist jünger als die meisten klassischen Kampfkünste. Es entstand in den 1960er und 70er Jahren, als Karateka in den USA und Europa nach einer Möglichkeit suchten, ihre Techniken im Vollkontakt zu testen – ohne die Begrenzungen des traditionellen Punktekampfs. Aus dieser Idee wuchs ein eigener Wettkampfsport, der Tritte aus dem Karate mit Boxschlägen kombinierte. In Japan entwickelte sich parallel eine Variante, die stark vom Muay Thai beeinflusst war. Später prägte vor allem das K-1-Regelwerk das moderne Kickboxen und machte es international bekannt. Heute gibt es mehrere Stilrichtungen – vom Leichtkontakt, bei dem es um Technik und Schnelligkeit geht, bis zum Vollkontakt, bei dem auch tiefe Tritte erlaubt sind. Diese Bandbreite ist einer der Gründe, warum der Sport so viele unterschiedliche Menschen anzieht.

Was du beim Kickbox-Training lernst
Am Anfang steht die Grundhaltung: Stand, Deckung, Gewichtsverteilung. Klingt simpel, ist aber das Fundament für alles Weitere. Darauf bauen die Schlagtechniken auf – die gerade Führhand (Jab), die Schlaghand, der Haken und der Aufwärtshaken. Bei den Beinen lernst du den Frontkick, den Low Kick auf den Oberschenkel und vor allem den Roundhouse Kick, den halbkreisförmigen Tritt mit dem Schienbein, der zum Markenzeichen des Kickboxens gehört. Wenn die einzelnen Techniken sitzen, geht es ans Verketten: Jab-Schlaghand-Low-Kick, immer wieder, bis die Kombination automatisch läuft. Trainiert wird an Pratzen, am schweren Sandsack und mit Partnern. Dazu kommt die Beinarbeit – rein, raus, zur Seite – denn wer nur dasteht, wird getroffen. Sparring kommt erst, wenn du soweit bist. Kein guter Trainer schickt dich in der zweiten Woche in den Ring.
Für wen Kickboxen geeignet ist
Kickboxen funktioniert für fast jeden. Du musst nicht durchtrainiert sein, wenn du anfängst – die Kondition kommt mit der Zeit von ganz allein, weil das Training dich fordert. Viele kommen, weil sie etwas für ihren Körper tun und den Kopf freibekommen wollen, andere reizt der sportliche Wettkampf. Beides ist möglich, und du entscheidest selbst, in welche Richtung es geht. Frauen sind in den Hallen längst keine Seltenheit mehr; gerade als Selbstverteidigung und Fitnesssport ist Kickboxen bei ihnen sehr beliebt. Auch Jugendliche finden hier einen guten Ausgleich und lernen nebenbei Disziplin und Respekt. Wenn du Vorerkrankungen am Rücken, an den Knien oder am Herzen hast, sprich vorher kurz mit deinem Arzt – ansonsten gibt es kaum Gründe, es nicht zu probieren.

Dein erstes Training
Für die erste Stunde brauchst du fast nichts: bequeme Sportkleidung, Hallenschuhe oder barfuß je nach Verein, ein Handtuch und etwas zu trinken. Handschuhe und Schoner stellen die meisten Schulen für Einsteiger zur Verfügung, eigene Ausrüstung lohnt sich erst, wenn du dabeibleibst. Erwarte ein ordentliches Aufwärmen – Seilspringen, Mobilisation, ein bisschen Schwitzen, bevor es überhaupt an die Technik geht. Danach zeigt dir der Trainer meist die Grundhaltung und ein, zwei einfache Schläge. Du wirst nicht gleich alles perfekt machen, und das soll auch so sein. Hab keine Angst, Fragen zu stellen. In einer guten Schule wirst du nicht vorgeführt, sondern aufgenommen. Am nächsten Tag spürst du wahrscheinlich Muskeln, von denen du nicht wusstest, dass du sie hast – das ist normal und legt sich nach den ersten Wochen.
Vorteile für Körper & Geist
Kickboxen ist ein knallhartes Ganzkörpertraining. Du verbesserst deine Ausdauer, baust Kraft auf und arbeitest gleichzeitig an Beweglichkeit und Koordination – Arme und Beine müssen zusammenspielen, und das schult das Körpergefühl enorm. Viele berichten, dass sie nach dem Training ausgeglichener sind: Wer eine Runde am Sandsack alles rausgelassen hat, nimmt den Stress vom Tag oft nicht mit nach Hause. Dazu wächst dein Selbstbewusstsein. Es macht etwas mit dir, wenn du merkst, dass du dich wehren könntest, falls es wirklich darauf ankäme. Und nicht zuletzt ist da die Gemeinschaft. In den meisten Vereinen herrscht ein guter Ton, man hält zusammen, feuert sich an. Du gehst hin, um zu trainieren, und bleibst oft auch wegen der Leute.
Häufige Fragen zu Kickboxen
Kann ich mit Kickboxen anfangen, wenn ich noch nie Kampfsport gemacht habe?
Ja, ohne Bedenken. Die allermeisten in einem Anfängerkurs starten bei null. Du lernst von Grund auf, wie du stehst, dich deckst und schlägst – niemand erwartet, dass du etwas mitbringst außer der Bereitschaft, dranzubleiben. Such dir am besten eine Schule mit eigenem Einsteigertraining, dann wirst du nicht ins kalte Wasser geworfen.
Was ist der Unterschied zwischen Kickboxen, Boxen und Muay Thai?
Beim Boxen wird nur mit den Fäusten gearbeitet. Kickboxen erlaubt zusätzlich Tritte mit den Beinen – Frontkicks, Low Kicks und den Roundhouse Kick. Muay Thai, das Thaiboxen, geht noch einen Schritt weiter und erlaubt auch Ellbogen, Knie und das Clinchen, also den Nahkampf im Stand. Kickboxen liegt damit technisch zwischen den beiden und ist für Einsteiger meist etwas leichter zugänglich als Muay Thai.
Welche Ausrüstung brauche ich und sind Schienbeinschoner Pflicht?
Zum Start reichen Sportkleidung und etwas zu trinken; Handschuhe leihst du dir anfangs meist im Verein. Sobald du Kicks übst und ins Partnertraining gehst, sind Schienbeinschoner ein Muss – sie schützen sowohl dich als auch dein Gegenüber, denn der Roundhouse Kick wird mit dem Schienbein ausgeführt. Dazu kommen mit der Zeit eigene Boxhandschuhe, Bandagen, ein Zahnschutz und für Sparring ein Tiefschutz.
Ab welchem Alter kann man mit Kickboxen anfangen?
Viele Schulen bieten Kindertraining ab etwa sechs Jahren an, dort steht spielerische Bewegung und Koordination im Vordergrund. Richtiges Techniktraining mit Partner beginnt meist ab zehn bis zwölf Jahren. Nach oben gibt es keine Grenze – es trainieren auch Menschen jenseits der fünfzig regelmäßig, oft in Fitness- oder Leichtkontaktgruppen ohne harten Schlagabtausch.
Muss ich in den Wettkampf, oder geht es auch nur um Fitness?
Du musst überhaupt nicht in den Ring. Der allergrößte Teil der Trainierenden macht Kickboxen rein für die Fitness, den Stressabbau und das Können. Wettkampf ist ein Angebot, kein Zwang. Wenn du irgendwann Lust bekommst, dich zu messen, gibt es Leichtkontakt- und Vollkontakt-Formate – aber das entscheidest allein du, in deinem Tempo.